Oktober 2021

Papst ernennt unsere Vorsitzende zur Vize-Koordinatorin des Wirtschaftsrats

Hildegardis-Verein wünscht Charlotte Kreuter-Kirchhof alles Gute für die Aufgabe

Auf dem Porträt trägt Charlotte Kreuter-Kirchhof kurze graue Haare, ein dunkles Rundhals-Oberteil und eine silberne Kette. Sie lächelt.

Bonn, 26.10.2021 Papst Franziskus hat die Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, Charlotte, zur Vize-Koordinatorin des vatikanischen Wirtschaftsrats ernannt. Das teilte der Vatikan am Montag mit. Der Hildegardis-Verein freut sich sehr darüber, dass Kreuter-Kirchhof die erste Frau ist, die diese verantwortungsvolle Aufgabe auf weltkirchlicher Ebene wahrnimmt. Wir gratulieren und wünschen für die Aufgabe alles Gute und Gottes Segen.

In ihrer neuen Funktion ist Kreuter-Kirchhof die Stellvertreterin des Münchner Kardinals Reinhard Marx, der Koordinator des Rats ist. Sie gehört dem Wirtschaftsrat seit August 2020 an. Damals ernannte der Papst sieben Laien, darunter sechs Frauen, in das Gremium. Zudem gehören dem insgesamt 15 Mitglieder starken Rat acht Kardinäle an.

Als Teil seiner Kurienreform hatte Franziskus im Jahr 2014 das Wirtschaftssekretariat und den Wirtschaftsrat als dessen Aufsichtsgremium geschaffen. Der Wirtschaftsrat tritt viermal im Jahr zusammen. Er überwacht die wirtschaftlichen Strukturen und Aktivitäten des Vatikans und der mit dem Heiligen Stuhl verbundenen Einrichtungen. Eine Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Kreuter-Kirchhof studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Heidelberg, Genf und Tübingen. Seit 2015 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Deutsches und Ausländisches Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und seit 2017 Direktorin des Düsseldorfer Instituts für Energierecht. Sie ist Beraterin der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Langjährige stellvertretende Vorsitzende zur Caritas-Präsidentin gewählt

Mit Eva Welskop-Deffaa steht erstmals eine Frau an der Spitze des Verbands

Bonn, 14.10.2021 Eva Maria Welskop-Deffaa wird künftig den Deutschen Caritasverband leiten. Sie wurde am Mittwochabend zur Nachfolgerin von Prälat Peter Neher gewählt. Bei der Präsidentschaft handelt sich um eine der wichtigsten Positionen in der katholischen Kirche und in der Sozialpolitik Deutschlands. Mit Welskop-Deffaa wird ab Mitte November erstmals eine Frau (und kein Kleriker) diese Position ausfüllen. Die Caritas mit ihren gut 25.000 Einrichtungen wird geleitet durch die Präsidentin als Vorstandsvorsitzende, die den Verband in Kirche, Staat und Gesellschaft repräsentiert und jeweils für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt wird.

Welskop-Deffaa war von 2003 bis 2014 stellvertretende Vorsitzende des Hildegardis-Vereins. Sie begründete nicht nur das Helene-Weber-Forschungskolleg des Vereins und dessen Familienstipendien, sondern initiierte damals auch die ersten großen Projekte wie beispielsweise das bundesweit erste Mentoring für Studentinnen mit Behinderung. Welskop-Deffaa ist weiterhin aktives Vereins-Mitglied. Die Volkswirtin übernahm seit 2017 Verantwortung im Caritas-Vorstand mit der Zuständigkeit für Fach- und Sozialpolitik und befasst sich dort insbesondere mit der Digitalisierung.

Der Hildegardis-Verein freut sich sehr über ihre Wahl zur Präsidentin des Caritasverbands. Es sei eine historische Wahl gewesen, so Geschäftsführerin Birgit Mock. Der Verein wünsche ihr für diese wichtige Gestaltungsaufgabe Mut, ein hörendes Herz und Gottes Segen.

"Kirche im Mentoring" erhält Nominierung des zap-Innovationspreises

Preisverleihung bei Pastoralkongress in Bochum

Bochum, 12. Oktober 2021 Das Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ ist für den zap-Innovationspreis des Zentrums für Angewandte Pastoralforschung der Ruhr-Universität Bochum nominiert worden. Am Montagabend würdigte Jurymitglied Johannes von Schmettow das vom Hildegardis-Verein durchgeführte Mentoring-Programm als „eine nicht wegzudenkende Entwicklungsmaßnahme für Frauen in kirchlichen Führungsrollen“. Er sei sehr beeindruckt von dem Projekt gewesen, so der langjährige Berater bei Egon Zehnder.

Die Geschäftsführerin des Hildegardis-Vereins, Birgit Mock, und Projektleiterin Stephanie Feder nahmen die Nominierung entgegen. „Wir haben die Vision einer geschlechtergerechten Kirche mit geteilter Verantwortung. Mit unserem Programm für mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen hat der Kulturwandel schon begonnen,“ sagte Mock. Feder dankte allen Engagierten in den Bistümern und kirchlichen Organisationen, die „Kirche im Mentoring“ vorantrieben.

Acht weitere Projekte, Personen, Firmen und Initiativen waren nominiert: Kinderbauernhof am Brennlesberg, Netzgemeinde da_zwischen, „Liebe gewinnt“, Visionsprozess Segensorte, Campussegen, „Vision von Hoffnung“, „St. Maria als …“ und relilab.org. Gewonnen hat den undotierten Preis „St. Maria als Kirche des Dialogs und der Vernetzung“. Die Preisverleihung fand im Rahmen des zap-Kongresses zum Thema „Zusammenhang von Pastoral und Evaluation“, der bis Mittwoch in Präsenz und digital stattfindet. Der nach 2017 zum zweiten Mal vergebene Preis will innovative Pastoral im deutschsprachigen Raum fördern.

Mehr Information zu „Kirche im Mentoring“

Seit dem Start von „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ im Jahr 2016 wurden insgesamt 161 Frauen von ihren Bistümern, Verbänden und Hilfswerken entsandt. 124 Tandems haben das Programm bereits abgeschlossen.

„Kirche im Mentoring - Frauen steigen auf“, das Mentoring-Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche, wird vom Hildegards-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz und dem Bonifatiuswerk für die deutschen Bistümer durchgeführt. Es zielt darauf ab, Frauen auf Führungspositionen innerhalb der katholischen Kirche vorzubereiten. Das Programm will darüber hinaus zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beitragen, für den Arbeitsplatz Kirche werben und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen.

Raus aus der Corona-Krise mit Women4Youth

IN VIA, Hildegardis-Verein und KDFB starten Kampagne zugunsten von Mädchen und jungen Frauen am internationalen Mädchentag

Logo Women4Youth - Frauen helfen Mädchen und jungen Frauen aus der Coronakrise. Darunter sind die Logos der durchführenden Organisationen In Via, Hildegardis-Verein und KDFB.

Freiburg/Bonn/Köln, 11.10.2021 Fast jede vierte junge Frau zwischen 16 und 35 Jahren hat bis heute unter den Folgen der Pandemie zu leiden. Studien belegen, dass sie mehr belastet sind als männliche Gleichaltrige und von Überforderung, Zukunftsängsten und Vereinsamung berichten. Um Mädchen und jungen Frauen aus dem Coronatief und zurück ins Leben zu helfen, haben drei katholische Frauenverbände „Women4Youth“ ins Leben gerufen. Das spendenfinanzierte Projekt von IN VIA Deutschland, dem Hildegardis-Verein e.V. und dem Katholischen Deutschen Frauenbund e.V. (KDFB) schafft kurzfristig passgenaue Angebote für die Anliegen junger Frauen, die sich zurückgezogen und den gesellschaftlichen Anschluss oder auch die berufliche Perspektive verloren haben.

Geplant sind in der bis Dezember 2022 dauernden Kampagne unter anderem jeweils ein Chancentag für Schulabsolventinnen und junge Mütter, der den Frauen neue berufliche Perspektiven bietet, sowie bundesweit mehrere Empowerment-Coachings, die Mädchen und junge Frauen wieder Mut geben sollen. In Vorbereitung sind zahlreiche Angebote, angefangen vom 1:1-Coaching durch Berufspatinnen, über sportliche, kreative und gesellige Gruppenaktivitäten (durchgeführt von IN VIA) bis hin zu Karriere- und Zukunftsbörsen, bei denen Netzwerke geknüpft und neue Zuversicht geschöpft werden können (durchgeführt vom Hildegardis-Verein).

„Die Corona-Pandemie hat bei Mädchen und jungen Frauen Resilienz-Reserven in hohem Maße aufgebraucht. Der Wunsch, die damit verbundenen Folgen abzuwenden, hat mich bewogen, diese Initiative anzuregen,“ sagt Eva Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik des Deutschen Caritasverbandes und Initiatorin von Women4Youth. Sie wirbt um Spenden für das Projekt: „Jetzt kommt es auf Ihre Mithilfe an, damit Women4Youth ein Erfolg wird und vielen jungen Frauen neue Chancen eröffnet“, so Welskop-Deffaa. KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth appelliert an ältere Frauen: „Die Corona-Maßnahmen haben jungen Menschen viel Solidarität gegenüber den Älteren abgefordert. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir als gestandene Frauen diese Solidarität zurückgeben und junge Frauen unterstützen, die es alleine nicht aus dem Corona-Tief herausschaffen,“ so die Parlamentarische Staatsekretärin.

Beate Gilles: „Eine wichtige Aufgabe, bei der wir alle mit anpacken sollten“

„Dabei mitzuhelfen, dass Mädchen und junge Frauen trotz der Pandemie gute Chancen haben, ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten, ist eine wichtige Aufgabe, bei der wir alle mit anpacken sollten,“ sagt die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Beate Gilles, die auch Vorsitzende des Frauenfachverbands IN VIA ist. Prof. Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof, Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, weist auf die lange anhaltende Wirkung von stärkenorientierter und biografiebezogener Begleitung durch den Verein hin: „Mit Angeboten wie unseren Chancentagen eröffnen wir jungen Frauen den Raum für Begegnungen, Kontakte und Impulse, die sie weit über die kurzfristige Hilfe hinaus unterstützen können.“

Auf der Webseite www.women4youth.de gibt es mehr Informationen zu den geplanten Projektvorhaben. Wer mit einer Spende ermöglichen möchte, dass Berufsorientierungs- und Chancentage, Patinnen-Programme und Ferienangebote für möglichst viele junge Frauen stattfinden können, kann unter der Angabe von Projekt Women4Youth spenden an:
Hildegardis-Verein e.V., IBAN: DE06 3702 0500 0001 7791 01, BIC: BFSWDE33XXX.