Publikationen

Kirche im Mentoring - Frauen steigen auf

Seit 2015 führt der Hildegardis-Verein in Zusammenarbeit mit den deutschen Bistümern und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) das Mentoring-Programm "Kirche im Mentoring" zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche durch.

An dem bundesweiten Projekt beteiligen sich 17 deutsche (Erz-)Bistümer und Organisationen mit dem Ziel einer nachhaltigen Personalentwicklung und Steigerung der Attraktivität des Arbeitsfeldes Kirche.

Den (Erz-)Bistümern bietet dieses Mentoring-Programm die Gelegenheit, die Kirche als frauen- und familien-freundlichen Arbeitgeber zu bewerben und weiterzuentwickeln, gezielte Nachwuchsförderung zu betreiben und die im Studientag 2013 angekündigten Ziele zur Förderung von Frauen in der Kirche umzusetzen.

Mehr über unser Projekt erfahren Sie hier.

Die Dokumentation über den erfolgreich abgeschlossenen ersten Durchgang finden Sie hier.

Einen Artikel von Andrea Qualbrink und Birgit Mock über das Programm in der Zeitschrift "Lebendige Seelsorge" finden Sie hier.

 

Lebensweg inklusive

"In KompetenzTandems hoch hinaus", das war das Motto unseres Projektes "Lebensbweg inklusive". Die Projektlaufzeit erstreckte sich von 2013 bis Anfang 2016. Das zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP1261 gefördert.

In zwei einjährigen Durchläufen hatten jeweils 20 Studentinnen (mit und ohne Behinderung / chronischer Krankheit) die Möglichkeit, gemeinsam mit Gleichgesinnten ihre akademische und berufliche Karriere  - ihren persönlichen Weg - in den Blick zu nehmen und ihre Netzwerke auszubauen.

Kernstück unseres Projektes waren die KompetenzTandems. Jeweils zwei Studentinnen (mit und ohne Handicap) bildeten für die Dauer eines Jahres ein Team, in dem sie sich ausgetauscht und gegenseitig begleitet haben. Die Tandempartnerinnen konnten dabei nicht nur füreinander Stütze sein, sondern auch Inspiration und Lernpartnerinnen und sich im Austausch bestärkend neue Perspektiven auf andere Lebenswirklichkeiten aufzeigen.

Während des Jahres hatten die Tandempartnerinnen die Gelegenheit, sich für je sechs Monate von zwei Co-Mentor/innen begleiten zu lassen, sie zu ihren biografischen Erfahrungen mit Erfolgen, Barrieren oder Widerständen zu befragen und zu prüfen, wie weichenstellende Erlebnisse geprägt sind, z. B. durch Generationenzugehörigkeit, Geschlecht, (Be-)Hinderung oder andere gesellschaftliche Zuschreibungen.

Um Lernerfahrungen zu multiplizieren und Synergieeffekte möglich zu machen, waren die Tandems und Co-Mentorinnen in das große Netzwerk aller Projektteilnehmenden eingebunden. So entstanden vielfältige Kontakte und Unterstützungsangebote, die während des Programms – aber auch darüber hinaus – hilfreich sein konnten.

In der Projektdokumentation erfahren Sie mehr über das Projekt.

Um Nachhaltigkeitseffekte zu erzeugen, wurden die die auf der Grundlage des Projektes entwickelten "Handlungsempfehlungen für eine gendergerechte inklusive Hochschule" veröffentlicht.

Mehr über unser Projekt erfahren Sie auch auf der Projekthomepage.

Projektevaluation

Bei der Konzeption des bundesweit ersten Mentoring-Programms für Studentinnen mit Behinderung plante der Hildegardis-Verein eine wissenschaftliche Auswertung durch eine begleitende Langzeitstudie ein. Diese wurde von Prof. Dr. Mechthild Bereswill von der Universität Kassel durchgeführt. Ziel der Evaluation war es, fundiert erhobene und unabhängige Ergebnisse über die Gestaltung, Umsetzung und Wirksamkeit dieses Pilotprojektes zu gewinnen. Diese Ergebnisse sind für den Hildegardis-Verein die Grundlage, um relevante Aussagen über  Eignung und Rahmenbedingungen von Mentoring-Programmen als Förderinstrument für Studentinnen mit Behinderung insgesamt treffen zu können.

In der Kurzfassung der Evaluation finden Sie die wichtigsten Ergebnisse.

Desweiteren nutzte der Verein die Evaluationsresultate direkt zugunsten der Weiterentwicklung des laufenden Programms. Erfahrungen aus der ersten Phase konnten so zum Beispiel für die Planung des zweiten Durchlaufes berücksichtigt werden. Die Evaluation war als qualitative, prozessorientierte Begleitforschung angelegt, die eine Rekonstruktion von Lern- und Entwicklungsverläufen über einen längeren Zeitraum umfasste.

"Mentoring als Möglichkeitsraum - Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Mentoringprogramms für Studentinnen mit Behinderung" von Mechthild Bereswill, Rafaela M. Pax und Johanna Zühlke ist bei kassel university press erschienen und unter ISBN: 978-3-86219-626-5 im Buchhandel erhältlich.

Abschlussdokumentation Türen öffnen - Wege ebnen

Im September 2012 erschien die Projektdokumentation zum bundesweit ersten Mentoring-Programm für Studentinnen mit Behinderung. Auf knapp 120 Seiten bietet sie Rückblick und Erfahrungssammlung, Methodenleitfaden und Werkzeugkasten für alle, die dem Vorbild des Hildegardis-Vereins folgend eigene Mentoring-Programme für Studierende mit Beeinträchtigung durchführen wollen.

 

Festschrift 100 Jahre Hildegardis-Verein

Anlässlich des 100. Jubiläums des Hildegardis-Vereins erschien im Jahr 2007 die Festschrift "Bildung verleiht Flügel: 100 Jahre Hildegardis-Verein" (Münster: Aschendorff Verlag, ISBN: 978-3-402-12746-9), die die wechselvolle Geschichte des Vereins vorstellt. Am Anfang stehen die vorausschauenden Planungen der Verantwortlichen, die bereits ein Jahr vor der Zulassung von Frauen zum Hochschulstudium in Preußen ein Darlehens- und Unterstützungssystem schufen, es folgt die Zeit der breiten regionalen Ausdehnung mit vielen tausend Mitgliedern und Ortsgruppen in den wichtigsten Hochschulstädten. Sichtbar werden die engagierten, findigen und unermüdlichen Anstrengungen der Vereinsmitglieder zur Gewinnung von Finanzmitteln, die besonders in den Krisenzeiten der Inflation 1923 mit der Vernichtung des gesamten Vereinsvermögens und in der Zeit der Bombardierung der Geschäftsstelle 1945 mit dem Verlust des Akten- und Schuldscheinbestandes große Herausforderungen zu bestehen hatten.

Es ist den Verantwortlichen gelungen, den Verein durch Krisen hindurchzuführen und die Förderangebote immer wieder an aktuelle Herausforderungen und an den Bedarf der Studentinnen der jeweiligen Zeit anzupassen. Dabei hat sich der Verein seine finanzielle und ideelle Eigenständigkeit bis heute bewahrt. Seit der Gründung wurden mehr als 1300 Frauen gefördert.

Machbarkeitsstudie "Studieren mit Behinderung"

Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ermittelte der Hildegardis-Verein im Europäischen Jahr der Chancengleichheit 2007 die Studienfördersituation von Frauen mit Behinderung an deutschen Hochschulen. In der wissenschaftlichen Machbarkeitsstudie wurden bestehende Rahmenbedingungen und Angebote dem persönlichen Bedarf gegenübergestellt, um neue Handlungsoptionen der Studienförderung für diese Gruppe Studierender zu identifizieren. Die von Frau Dr. Martina Ahmann erstellte Untersuchung erfasst die finanzielle und ideelle Studienfördersituation von Studentinnen mit Behinderung/chronischer Krankheit an deutschen Hochschulen. In qualitativen Einzelinterviews lieferten behinderte Studentinnen aus Münster und Bonn einen individuellen, durch ihre persönliche Bildungsbiographie geprägten Zugriff auf das Thema. Eine bundesweit durchgeführte Befragung der Behindertenbeauftragten und Sozialberater/innen der Studentenwerke ergänzte diese einzelbiographisch geprägte Darstellung aus Sicht der zuständigen Institutionen im Hochschulbereich.