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„Ein Signal für die Erneuerung der Kirche“

Hildegardis-Verein begrüßt die Entscheidung für eine Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz

Beate Gilles lächelt. Ihre Hornbrille hat dieselbe Farbe wie ihr hellbraunes Haar, das sie im Pagenschnitt trägt.

Bonn, 23.02.2021. Der Hildegardis-Verein begrüßt die Besetzung der Leitung des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz mit Beate Gilles. „Dass die Stelle erstmals mit einer Frau besetzt wird, ist ein Signal für die Erneuerung unserer Kirche; wir begrüßen diesen Schritt sehr,“ erklärte die Vorsitzende Charlotte Kreuter-Kirchhof. „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die Deutsche Bischofskonferenz diese herausgehobene Leitungsstelle offen ausgeschrieben und jetzt mit einer Frau besetzt hat,“ so Kreuter-Kirchhof. Es zeige, dass die Deutsche Bischofskonferenz auch in den eigenen Strukturen und in dieser zentralen Gestaltungsaufgabe nicht auf die Kompetenz und die Charismen von Frauen verzichten wolle.

Der Hildegardis-Verein setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass mehr Frauen Verantwortung in Leitungsaufgaben der katholischen Kirche übernehmen. Im Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ arbeitet der Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz mit den Bistümern, Hilfswerken und Caritas-Verbänden darauf hin, dass der Frauenanteil in den Leitungspositionen der Kirche auf ein Drittel und mehr gesteigert wird.

Am Dienstag hatten die Bischöfe bei ihrer Online-Frühjahrsvollversammlung Beate Gilles zur Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Dr. Beate Gilles ist seit 2010 Leiterin des Dezernats Kinder, Jugend und Familie im Bistum Limburg. Die Theologin ist zudem Bundesvorsitzende von IN VIA, dem Katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit und vertritt seit Januar die katholische Kirche im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks. „Wir wünschen Frau Gilles für diese wichtige Gestaltungsaufgabe Mut, Zuversicht und Gottes Segen,“ sagte die Vorsitzende des Hildegardis-Vereins.

Im Januar war Jesuitenpater Dr. Hans Langendörfer nach knapp 25 Jahren im Amt in den Ruhestand gegangen. Er hatte im Februar 2020 erklärt, dass seine Nachfolge auch für jemanden ohne Priesterweihe offen sei. In der wesentlich kleineren Bischofskonferenz für Skandinavien und Island übt mit der Ordensfrau Anna Mirijam Kaschner bereits eine Frau das Amt der Generalsekretärin aus. Übergangsweise übernahm ab Januar Ulrich Pöner das Amt des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz, das er am 1. Juli an Beate Gilles abgibt.

Seit 2016 haben insgesamt 100 angehenden Führungskräfte das Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ des Hildegardis-Vereins erfolgreich abgeschlossen. Bis 2022 absolvieren weitere 64 Frauen in vier Gruppen das einjährigen Mentoring-Programm. Inzwischen haben 21 (Erz-)Bistümer, sechs Hilfswerke und zwei Diözesancaritasverbände Frauen zum Mentoring-Programm entsandt. Als Einrichtung der Frauenförderung unterstützt der in der Kirche beheimatete Hildegardis-Verein seit über 100 Jahren mit innovativen Programmen die akademische Aus- und Weiterbildung von Katholikinnen.