2020

Stellenausschreibung „Kirche im Mentoring“

Der Hildegardis-Verein e.V. ist der älteste Verein zur Förderung von Frauenstudien in Deutschland. Er zielt auf einen gleichberechtigten Zugang von Frauen zu Bildung und Qualifizierung und setzt dabei auf Stärkenorientierung und Diversität.

Für die Leitung des deutschlandweit ersten Mentoring-Programms zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen der katholischen Kirche „Kirche im Mentoring - Frauen steigen auf“ suchen wir zum 1. Juli 2020 eine/n

Projektleiter/in (w/m/d)

mit einem einen Beschäftigungsumfang von bis zu 32 Wochenstunden.

Ihre Aufgaben:

· Leitung des Mentoring-Programms und Koordination aller relevanten Prozesse;
· Konzeption und Durchführung der bundesweiten Veranstaltungen;
· Zusammenarbeit mit den beteiligten Trägern und Teilnehmenden;
· Leitung der Programmsteuerungsgremien;
· Budget-Planung und -Controlling des Projekt-Haushalts;
· Begleitung von Intervisionsgruppen und bei Bedarf Durchführung von Gruppentrainings;
· Gestaltung des überregionalen Netzwerkes von Frauen in Führung in Verbindung mit innovativen Begegnungsformaten;
· Wirkungskommunikation – in Zusammenarbeit mit dem Öffentlichkeitsbereich des Hildegardis-Vereins.

Ihr Profil:

·abgeschlossenes Hochschulstudium und berufliche (Leitungs-)Erfahrung;
· Erfahrungen in Projektarbeit und Prozess-Steuerung;
· Expertise in zielgruppenorientierter Veranstaltungsleitung;
· strategisch-konzeptionelles Denken, Teamfähigkeit und Kontaktstärke;
· selbstverantwortliche Arbeitsmethodik und Selbststeuerung;
· sicherer Umgang mit (ehrenamtlichen) Leitungsgremien;
· Knowhow in den Fachgebieten Organisationsentwicklung und Diversity;
· Beheimatung in der katholischen Kirche.

Wir bieten:

· verantwortungsvolle und vielseitige Aufgaben mit spannenden Menschen;
· großes Gestaltungspotenzial und kurze Entscheidungswege;
· eine kooperative Arbeitskultur in einem dynamischen Team.

Wir wünschen uns Neugier auf die thematische Arbeit und eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung des Programms. Gefordert ist eine Identifikation mit dem Projektanliegen und mit den Zielen des Hildegardis-Vereins. Netzwerkkontakte in den Kontexten Kirche & Frauen sind wünschenswert.

Die Stelle wird bei geeigneter Voraussetzung in Anlehnung an TVöD 13 vergütet. Dienstort ist Bonn, Reisetätigkeiten in Deutschland fallen an. Die Stelle ist projektgebunden und entsprechend befristet, mit Option auf Verlängerung. Bei Interesse kann die Stelle geteilt werden.

Ihre Bewerbung mit Anschreiben, tabellarischem Lebenslauf und Zeugniskopien richten Sie bitte bis zum 8. April 2020 an: Birgit Mock (Geschäftsführerin), mock@hildegardis-verein.de, Hildegardis-Verein e.V., Wittelsbacherring 9, 53115 Bonn.

Abschied von ehemaliger Vorsitzender

Elisabeth Fischer-Holz gestorben

Der Hildegardis-Verein nimmt Abschied von seiner ehemaligen Vorsitzenden Elisabeth Fischer-Holz (1921-2020). Die frühere Studiendirektorin starb bereits am 15. Februar 2020. Sie war von 1983 bis 1994 Vorsitzende des Hildegardis-Vereins. „Wir gedenken Elisabeth Fischer-Holz in großer Dankbarkeit. Auf ihrer strukturierten Arbeit und ihrem außerordentlichen Engagement ruht unsere Arbeit bis heute,“ sagte die aktuelle Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, Charlotte Kreuter-Kirchhof. „Eine Frau, die den Verein in sehr schweren Zeiten getragen hat, müssen wir verabschieden. Sie bleibt uns Ansporn“, teilte die ehemalige stellvertretende Vereinsvorsitzende Eva Welskop-Deffaa mit. Der Verein erlebte einen entscheidenden Aufschwung als Fischer-Holz den Vorsitz übernahm.

Elisabeth Fischer-Holz ist nachweislich die einzige vom Hildegardis-Verein durch ein Studiendarlehen Geförderte, die später Vorsitzende des Vereins wurde. Sie hatte bereits seit 1950 unterschiedliche Ämter im Hildegardis-Verein inne. Die Historikerin, die in Düsseldorf und Süggerath lebte, ist Autorin von „Die Frauen Karls des Großen“ und der drei Bände „Anruf und Antwort. Bedeutende Frauen aus dem Raum der Euregio Maas-Rhein“. Die Trauerfeier für Fischer-Holz findet am 13. März 2020 in der Kirche Heilig Kreuz in Süggerath statt.

Herr, gib ihr die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihr.

„Inklusion und Geschlechtergerechtigkeit an Hochschulen zusammen denken“

150 hochrangige Persönlichkeiten fordern am 31.01.2020 in Berlin eine gendergerechte Inklusion an Hochschulen

Berlin, 31.01.2019 „Der Abbau von Barrieren und das Ausgleichen von Nachteilen ist nur ein erster Schritt – wir brauchen darüber hinaus eine Lern- und Lehrkultur an unseren Hochschulen, die gelebte Teilhabe ermöglicht.“ Mit dieser Forderung eröffnete die Vorsitzende des Hildegardis-Vereins Prof. Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof am Freitag in Berlin den Fachkongress „Hochschule ohne Hindernisse – Aufgaben, Beispiele, Chancen“. Im Kleisthaus, dem Amtssitz des Bundesbehindertenbeauftragten, nahmen rund 150 hochrangige Persönlichkeiten an der Abschlussveranstaltung des dreijährigen Fachkollegs „Inklusion an Hochschulen – gendergerecht“ teil. Die außerordentliche Resonanz auf die ursprünglich für ein Fachpublikum von 80 Personen geplante Veranstaltung zeige nachdrücklich den großen Bedarf für den fachlichen Austausch und die Weiterentwicklung dieses Themas, so Kreuter-Kirchhof. Sie erinnerte daran, dass laut der best2-Studie des Deutschen Studentenwerks 11 Prozent der rund 2,8 Millionen Studierenden in Deutschland eine studienrelevante Beeinträchtigung haben.

Das Fachkolleg Inklusion schärfe das Bewusstsein für Gendergerechtigkeit und Inklusion – bei Studierenden, Lehrenden und Angestellten. „Wir sind der Ansicht, dass Inklusion und Gleichstellung zusammengedacht werden müssen und als umfassende ‚Vielfaltsstrategie‘ für alle in der Hochschule Tätigen zur täglichen Praxis gehören sollten“, erklärte die Vereinsvorsitzende. „Nachteilsausgleiche müssen allen Lehrenden vertraut sein. Auch Begegnungsräume für Studierende jenseits klassischer Studienleistungen tragen nachdrücklich zur Inklusion bei.“ Deshalb engagiere sich der Hildegardis-Verein seit mehr als zehn Jahren auf dem Gebiet.  

Als Hausherr sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel: „Aus meiner Zeit an der Hochschule weiß ich: Nachteilsausgleiche durchzusetzen, technische Hilfsmittel zu organisieren und die vielen anderen praktischen Herausforderungen des Studienalltags zu bewältigen, kostet viel Kraft und Zeit. Insbesondere dann, wenn die Akzeptanz und das Verständnis nicht bei allen Mitstudierenden, Lehrkräften oder bei der Hochschulverwaltung selbstverständlich sind. Deshalb begrüße ich das Fachkolleg ‚Inklusion an Hochschulen – gendergerecht‘ des Hildegardis-Vereins, in dem Inklusion nicht nur ein Schlagwort ist, sondern gelebt wird. Das Fachkolleg Inklusion befördert ein akademisches Lehr- und Lernumfeld auf allen Ebenen, das Vielfalt schätzt und die Stärken der Menschen in den Vordergrund stellt,“ so Dusel in seiner Begrüßungsansprache.

An der Tagung nahm unter anderem die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner (Grüne) teil, die mit Leitungspersonen der bundesweit fünf Modell-Hochschulen des Projekts über Beispiele gelungener Inklusion und über Hindernisse diskutierte, die gelöst werden müssen. Moderiert von der Slam-Poetin Ninia LaGrande sprachen im Anschluss der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen und die erste gehörlose Professorin Deutschlands, Prof.‘ Sabine Fries, mit weiteren Akademikerinnen mit Behinderung über ihre Erfahrungen beim Studium. Dr.‘ Christiane Schindler von der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks ergänzte Handlungsempfehlungen, die sich aus der best2-Studie ergeben. Ministerialrätin Christina Hadulla-Kuhlmann nahm für das Bundesministerium für Bildung und Forschung teil, das das Projekt fördert.

Die Leiterin der Disability Studies an der Universität Oregon in Eugene, Prof.‘ Elizabeth Wheeler, berichtete in ihrem Vortrag, dass es auch im US-amerikanischen Hochschulwesen im Bereich Inklusion noch viel zu tun gäbe. Es gäbe aber auch innovative Konzepte. Sie würdigte in dem Zusammenhang den Biografiezirkel-Ansatz des Projekts „Fachkolleg Inklusion“. Die dort gepflegte persönliche Kommunikation im geschützten Raum sei eine gute Herangehensweise auch für die University of Oregon. Aus der Überzeugung, dass Menschen mit Behinderung die besten Expert*innen für ihr eigenes Leben sind, plane sie eine ähnliche Maßnahme, so Wheeler. Sie habe Mittel beantragt, um eine Gesprächs-Plattform für Studierende mit Angststörungen zu schaffen, die eine gemeinschaftliche Analyse und ein gemeinschaftliches Handeln entwickeln soll. „Wenn eine Gruppe von Studierenden mit Angstzuständen sich regelmäßig treffen würde, um über ihre gemeinsamen Erfahrungen zu sprechen, könnten sie eine gemeinsame Antwort entwickeln, die zu systemweiten Lösungen führt,“ erklärte die US-Wissenschaftlerin. Dafür sei das Projekt des Hildegardis-Vereins ein exemplarisches Modell.

*** Das Fachkolleg „Inklusion an Hochschulen – gendergerecht“ ***
Das deutschlandweite Projekt „Fachkolleg ‚Inklusion an Hochschulen – gendergerecht‘“ des Hildegardis-Vereins wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP1640 gefördert. In diesem Rahmen begleitet der Hildegardis-Verein ausgewählte Trainings an Hochschulen und empfiehlt bereits erprobte Beispiele gelungener Inklusions-Praxis (Best-Practice-Beispiele) auf seiner Homepage zur bundesweiten Nachahmung. Die soll anderen Hochschulen erleichtern, entsprechende Maßnahmen zu übernehmen und implementieren. Ein weiterer Ansatz sind biografische Zirkel, in denen sich Studentinnen über ihre Erfahrungen austauschen, sich ihrer Stärken vergewissern sowie individuell und gegenseitig bei der Berufs- und Karriereplanung unterstützen. Die Erfahrungen der Biografiezirkel-Teilnehmerinnen mit dem Wissenschaftssystem fließen – ebenso wie die im Rahmen von Fallstudien erhobenen Erkenntnisse zur Situation von Studentinnen mit Behinderungen – in praxisorientierte strukturelle Handlungsempfehlungen ein, die eine tatsächlich gleichberechtigte Teilhabe an Hochschulen ermöglichen sollen.