Wie und warum...

wir Mentoring durchführen

Seit vielen Jahren gehört auch Mentoring zum Leistungsangebot des Hildegardis-Vereins. All unsere Mentoring-Projekte waren bislang stärkenorientiert angelegt, auf Frauen ausgerichtet (u.a. Studienabsolventinnen) und zielten darauf, Frauen biografieorientiert zu begleiten, insbesondere bei Übergängen ihres Qualifizierungs- und Karriereweges.

Alle Mentoring-Angebote sind auf die Zielgruppe zugeschnitten und waren in vielfacher Weise Pilotansätze. Über Einbezug der jeweiligen Interessengruppen in die Projektsteuerung sichern wir, als Hildegardis-Verein, eine bedarfsgerechte und zielorientierte Umsetzung.

Von 2008 bis 2013 führten wir, gefördert von der Conterganstiftung, das bundesweit erste Mentoring-Projekt für Studentinnen mit Behinderung durch. Von 2013-2016 lief das Projekt „Lebensweg inklusive: KompetenzTandems für Studentinnen mit und ohne Behinderung“ mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Währenddessen begann 2015 das Projekt "Kirche im Mentorin - Frauen steigen auf" mit Unterstützung des Bonifatiuswerks.

Durch die auf individuelle Gegebenheiten und Bedürfnisse angepasste Unterstützung durch Mentorinnen und Mentoren erhalten die geförderten Mentees die Möglichkeit, nicht nur ihre universitäre Situation sondern vor allem auch ihre berufliche Karriere eigenverantwortlich zu reflektieren und zu zielgerichtet zu planen.

One-to-One-Mentoring

One-to-One Mentoring bezeichnet das Verhältnis zwischen einer Mentee und einer Mentor/in, die zusammen ein sogenanntes Tandem bilden. Im Vordergrund steht in dieser klassischen Form des Mentoring die Beratung und Begleitung der Studentin oder Berufsanfängerin durch eine erfahrene Mentor/in in einer persönlichen Beziehung.

Dieses bewährte Mentoring-Methode verwendeten wir sehr erfolgreich im bundesweit ersten Mentoring-Programm für Studentinnen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung und führten diese auch im laufenden Mentorin-Programm für Frauen in kirchlichen Führungspositionen weiter.

Peer-Mentoring

Peer-Mentoring bezeichnet ein Mentoring unter Gleichaltrigen, bzw. "Gleichgestellten". An der Hochschule kommt dies z.B. vor, wenn Studierende höheren Semesters neu immatrikulierten Studierenden als Mentorinnen und Mentoren beratend zur Seite stehen.

Co-Mentoring

Da die Erfahrungen des bundesweit ersten Mentoring-Programms zeigten, dass die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Mentee-Gruppe für die Studentinnen beinahe ebenso wichtig und hilfreich war, wie die Beziehung zur Mentor/in, entwickelten wir, als Hildegardis-Verein für unser nächstes Projekt, "Lebensweg inklusive: KompetenzTandems für Studentinnen mit und ohne Behinderung" eine neue Mentoring-Menthode, die eine sehr effektive Synthese aus den beiden traditionellen Mentoring-Verfahren darstellt: Je zwei Studentinnen – mit und ohne Behinderung – bilden für die Dauer eines Jahres ein gleichberechtigtes "KompetenzTandem", d.h. ein Team, in dem sie sich austauschen und gegenseitig begleiten.

Zudem haben die Tandempartnerinnen die Möglichkeit, sich (für je 6 Monate) von zwei Co-Mentor/innen unterstützen zu lassen. Dies sind berufserfahrene Akademiker/innen, die zu ihren biografischen Erfahrungen mit Erfolgen, Barrieren und Widerständen befragen und prüfen, ob und wie weichenstellende Lebenserfahrungen durch Generationenzugehörigkeit, Geschlecht, Behinderung oder andere gesellschaftliche Zuschreibungen geprägt sind. Die Trio haben die Möglihckeit sich in der zweiten Hälfte des Projektjahres auch zu einem "Quartett" zusammen zu tun. Dies hat nicht nur für die Mentees sondern auch für die Co-Mentor/innen wertvolle Synergieeffekte.