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Der Weg geht weiter!

Abschlussveranstaltung der 2. Gruppe von "Kirche im Mentoring"

Frauen durch Mentoring für Führungsaufgaben zu qualifizieren ist für die katholische Kirche eine unerlässliche und zukunftsweisende Maßnahme - das war das Resümee der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Abschlussveranstaltung des 2. Zyklus von „Kirche im Mentoring: Frauen steigen auf“ in Münster. Deshalb begrüßten sie ausdrücklich die Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), das innovative Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche zusammen mit dem Hildegardis-Verein in zwei weiteren Tandemgruppen fortzuführen. Mitmachen werden künftig auch Bistümer, die bisher nicht teilgenommen haben.

„Die vergangenen Monate haben gezeigt: Die Begleitung durch die Mentorin oder den Mentor ermutigt die weiblichen Nachwuchskräfte dazu, sich für Leitungsaufgaben in der Kirche ins Gespräch zu bringen. Einige Frauen haben in den letzten Monaten bereits Leitungsstellen angetreten. Damit haben sie das Mentoring sehr effektiv für sich genutzt“, so Prof. Dr. Gisela Muschiol, Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, der das Mentoring-Vorhaben konzipiert hat und es in Kooperation mit der Bischofskonferenz und den deutschen (Erz-)Diözesen durchführt. „Wir sind sehr froh, dass dieser Weg weitergeht!“

Auch Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Vorsitzender der Pastoralkommission und deren Unterkommission „Frauen in Kirche und Gesellschaft“, sprach sich in einer Videobotschaft für die Weiterführung des innovativen Projektes aus: „Ich kann dem Hildegardis-Verein nur gratulieren, dass es dieses Mentoring-Programm gibt. Hier […] werden junge Frauen vorbereitet, sie werden begleitet, und ihnen wird deutlich gemacht, dass die Kirche sie braucht für wichtige Aufgaben.“ Er fügte hinzu, er “hoffe, dass möglichst viele Diözesen in Zukunft“ daran mitwirken.

Dr. Norbert Köster, Generalvikar des Bistums Münster, betonte die Bedeutung des Mentoring-Programms bereits im Vorfeld der Veranstaltung: „Die katholische Kirche gilt sicher nicht als Vorreiter der Gleichberechtigung. Das hängt damit zusammen, dass Frauen von den Weiheämtern ausgeschlossen sind. Umso wichtiger ist es aber, dass wir den Zugang von Frauen zu allen anderen Führungsaufgaben besonders fördern. Das muss schon in unserem ureigensten Interesse liegen.“

Prof. Dr. Rainer Bucher, Vorstand des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Universität Graz, bezeichnete das Mentoring-Programm in seinem abendlichen Vortrag als Ausdruck einer gegenwärtigen Entwicklung: “Offenkundig gibt es schon heute in der katholischen Kirche so etwas wie eine ‘Kirche der Frauen’. […] Frauen scheinen sich dabei zunehmend frei zu machen von der Leitungsautorität und ihre eigene, frauendominierte kirchliche Erfahrungswirklichkeit zu gestalten”.

Die 20 Tandems des 2. Zyklus von „Kirche im Mentoring“ waren in Münster auch zusammen gekommen, um die Erkenntnisse und Wirkungen der vergangenen 12 Monate zu reflektieren. Das Seminar unter dem   inhaltlichen Schwerpunkt „Führen in der Kirche“ umfasste auch die Vorstellung der Projekte, die die Mentees im Laufe des Mentoring-Jahres entwickelt hatten. 

Die Mentees und ihre Mentorinnen und Mentoren bleiben Teil des wachsenden überdiözesanen Netzwerks von „Kirche im Mentoring“, das von den Teilnehmenden als besonders wertvoll erlebt wird.