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„Ich will leiten – in Verantwortung vor Gott und der Welt“

Preisgekröntes Frauen-Forum des Hildegardis-Vereins vernetzt Katholikinnen aus ganz Deutschland

„Generationenübergreifender Austausch und das Lernen von Vorbildern sind Schlüsselfaktoren, um Frauen zu ermutigen, ihren Weg in Führungspositionen zu gehen und zu finden“, so das Fazit von Prof. Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof, stellvertretende Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, zum ersten bundesweiten Frauen-Forum am 16./17. Juni in Bonn. Deshalb sei es ganz besonders wichtig, Netzwerke für Frauen in Führung und auf dem Weg dahin aufzubauen. Das Frauen-Forum habe dazu einen wichtigen ersten Schritt geleistet. Mehr als 120 Katholikinnen aus ganz Deutschland kamen im Tagungs- und Gästehaus des CJD in Bonn Castell zum Aufbau eines bundesweiten Netzwerks zusammen. Die Resonanz auf die Veranstaltung hat vor allem aber auch gezeigt, dass sich das Engagement lohnt: „Und Frauen wollen leiten – der Mut und die Zielstrebigkeit der Teilnehmerinnen war sehr beeindruckend.“, so Kreuter-Kirchhof.

Das zweitägige Treffen bot ein vielfältiges Programm (siehe Anlage): Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Vorsitzende trugen Prof. Dr. Georg Braungart, Leiter des Cusanuswerks, und Petra Dankova, Vertreterin der internationalen Fraueninitiative „Voices of Faith“, ihre Grußbotschaften vor. Im Anschluss sprach die Bonner CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Generalsekretärin des Cusanuswerks, Dr. Claudia-Lücking-Michel, zum Thema „Wie will ich leiten – in Verantwortung vor Gott und der Welt“. „Leitung ist Arbeit […], das muss man wollen und dazu muss man raus aus der Komfortzone“ gab sie den Teilnehmenden zu bedenken. Wichtig sei es, sich zu fragen „mit welchen Werten will ich führen? Woran orientiere ich mich?“ und die Überzeugung zu leben, „wenn der Weg zum Ziel ein guter sein soll, geht das nur mit Wertschätzung und gegenseitigem Respekt.“

Die anschließende Diskussion mit dem Ehrengast Dr. Dorothee Wilms, Bundesministerin a.D., beschäftigte sich mit der großen Bedeutung von Rollenvorbildern.

Am folgenden Tag widmete sich ein Themen-Café dem Komplex „Frauen in Führung“: hier tauschten sich die Teilnehmenden unter Anleitung von neun Impulsgeber/innen aus unterschiedlichen Berufsfeldern über solche Fragestellungen wie „Frauen in Verantwortung! Führungskultur in der Bundeswehr“ (Oberst i.G. Dr. Burkhart Köster), „Diversität als Schlüssel zu einer erfolgreichen Führungskultur“ (Silke Schönfleisch-Backofen) und „Leitung in Frauen-Orden als Führungsmodell für heute“ (Sr. Christophera Janssen und Sr. Dr. Maura Zátony) aus.

In einem Vortrag mit dem Titel „Führungsaufträge für Staat, Kirche und Wirtschaft“ betonte Eva Welskop-Defaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik des Deutschen Caritasverbandes und stellvertretende Vorsitzende des Hildegardis-Vereins von 2003 bis 2014. „Wir sind in einer Übergangsphase hin zu einen neuen Führungsparadigma in allen Leitungsbereiche. ich bin überzeugt, dass es sich für Frauen lohnt, diese Veränderungen und Umstrukturierungen mitzugestalten! Erfolge sind möglich, wir müssen sie selber wahrnehmen und schaffen!“

Im Anschluss kamen die Gäste in der nahe gelegenen St. Franziskus-Kirche zu einem feierlichen Gottesdienst mit Dr. Siegfried Kleymann, geistlicher Leiter des Cusanuswerk, zusammen. „Der Gottesdienst war für uns ein ermutigender Abschluss dieser Tagung. Er bestärkt uns, weiter daran zu arbeiten, katholische Frauen in Leitung und auf dem Weg dorthin in Kirche und Gesellschaft sichtbar zu machen,“ so Brigit Mock, Geschäftsführerin des Hildegardis-Vereins. „

Für das generationenübergreifende Frauen-Forum erhielt der Hildegardis-Verein den im Jahr 2016 erstmals von der Bischöflichen Studienförderung „Cusanuswerk“ vergebenen „Ideenpreis“. Er wird an herausragende Initiativen vergeben, die sich das Ziel gesetzt haben, Potenziale christlicher Interaktion und Kooperation zu erschließen und die Vernetzung zwischen den ehemaligen und den derzeit geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten der Bischöflichen Studienförderung zu festigen und Verbindungen zu anderen Frauen-Netzwerken aufzubauen.